Wilhelm Furtwängler
in den Jahren 1933 bis 1945


Philharmonischer Salon

Sonntag, 6. Mai 2018, 16 Uhr

und

Sonntag, 13. Mai 2018, 16 Uhr

Kammermusiksaal der Philharmonie


Furtwaengler-Nazis

Beifall für Wilhelm Furtwängler und die Berliner Philharmoniker am 25. April 1935 in der alten Philharmonie. In der ersten Reihe die NS-Prominenz mit (von links) Hermann Göring, Adolf Hitler, Joseph Goebbels.

Die Haltung Wilhelm Furtwänglers während des »Dritten Reichs« war durchaus ambivalent, sie war eine Gratwanderung zwischen Anpassung und Rebellion. Nach seiner öffentlichen Stellungnahme im »Fall Hindemith« und dem Rücktritt von seinen ämtern als Künstlerischer Leiter der Berliner Philharmoniker, als Staatsoperndirektor sowie als Vizepräsident der Reichsmusik-kammer wurde er zeitweilig zu einem Symbol des Widerstands. Dennoch ließ er sich und das Orchester auch vom Propagandaapparat des »Dritten Reiches« ausnutzen.

Götz Teutsch hat den Philharmonischen Salon Wilhelm Furtwängler in den Fängen der Nazis Furtwänglers schwieriger Zeit während des Nationalsozialismus gewidmet. Max Hopp liest aus Texten von Zeitzeugen. Für den musikalischen Rahmen sorgen das Scharoun Ensemble Berlin und die Pianistin Cordelia Höfer.


Max Hopp Sprecher

Scharoun Ensemble Berlin

Cordelia Höfer Klavier

Götz Teutsch Programmgestaltung


Musik von Wilhelm Furtwängler, Ludwig van Beethoven, Paul Hindemith, Boris Blacher u. a. Texte von Wilhelm Furtwängler, Berta Geissmar, Klaus Lang, Dietrich Fischer-Dieskau, Herbert Haffner, Fred K. Prieberg u. a.


Veranstalter: Stiftung Berliner Philharmoniker

Nähere Informationen und Kartenbestellungen

Wilhelm Furtwängler - Rundfunksendungen und Rundfunkaufnahmen 1929 - 1954


Unser Mitglied Henning Smidth, dem wir wichtige Erkenntnisse über Konzerte, Programme und Aufnahmen Wilhelm Furtwänglers verdanken, hat seine Zusammenstellung der Rundfunkaufnahmen, die mit Wilhelm Furtwängler entstanden, auf den neuesten Stand gebracht. Wir danken Henning Smidth für die Erlaubnis, diese Liste hier abzudrucken. Dies geschieht in der originalen englischen Fassung, die aber auch für deutsche Leser verständlich ist. Sollten Sie Ergänzungen oder Berichtigungen haben, lassen Sie uns diese bitte wissen.

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Wilhelm Furtwängler und das Magnetophon


Wilhelm Furtwängler stand Musikaufnahmen skeptisch bis ablehnend gegenüber. Er setzte auf die Gunst der Stunde, auf die lebendige Aufführung im Konzertsaal, brauchte ein Publikum, aber keinen leeren Saal. So sind die meisten Zeugnisse seiner Kunst denn auch keine Studioproduktionen, sondern Mitschnitte von Konzerten. Neben künstlerisch-ästhetischen überlegungen mögen aber auch technische Gründe eine Rolle gespielt haben. Friedrich Engel, von 1975 bis 1996 Anwendungstechniker Magnetband bei der damaligen BASF AG, hat sich intensiv mit der Geschichte der magnetischen Aufzeichnungstechnik befasst und dazu verschiedene Beiträge publiziert. Er lenkt unsere Aufmerksamkeit auf ein noch wenig beleuchtetes Kapitel im Leben Wilhelm Furtwänglers: dessen Erfahrungen mit der neuen Technik, die die Musikaufzeichnung revolutionierte. Furtwängler dürfte schon bei seiner ersten Begegnung die Möglichkeiten und Chancen der Magnetband-Tonaufzeichnung erkannt haben.

Wir danken Friedrich Engel für die Genehmigung, seinen Aufsatz hier zu veröffentlichen.

Die Wilhelm-Furtwängler-Gesellschaft freut sich über Meinungsäußerungen zu Friedrich Engels Aufsatz.

Furtwänglers Interpretationskunst
Aufsatz von Henrik Holm


Die Interpretationen Wilhelm Furtwänglers hatten nicht nur große Wirkung auf seine Zeitgenossen, sie beeindrucken auch heute Musikfreunde unterschiedlichen Alters und vermutlich auch noch kommenden Generation. Furtwänglers Aufnahmen vermitteln eindrucksvolle, ja faszinierende Hörerfahrungen, die man nicht einfach in Worte fassen kann. In seinem Aufsatz Die Relationen der Musik hören - Zu Furtwänglers Interpretationskunst geht der norwegische Musikwissenschaftler Henrik Holm der Frage nach, warum Furtwängler immer noch diese bewundernde Wertschätzung erfährt. Er thematisiert Furtwänglers Interpretation von Beethovens neunter Symphonie vor dem Hintergrund seines interpretationsästhetischen Denkens. Sein Ziel ist, "Furtwänglers Interpretationskunst als eine Sache der ästhetischen Erfahrung zu verorten".
Wir danken Dr. Holm für die Genehmigung, seinen Aufsatz hier publik machen zu dürfen. Der Text erschien zuerst in: IZPP - Internationale Zeitschrift für Philosophie und Psychosomatik, Ausgabe 1/2016. Bereits 2015 veröffentlichte Henrik Holm:
Der hörbare Logos in der Musik. Ein philosophischer Versuch über Wilhelm Furtwänglers Interpretationskunst